Aktualisiert
Visumlage für Deutsche und Fahrzeuggebühren neu geprüft.
Kazungula ist der Grenzübergang zwischen Botswana und Sambia und seit 2021 eine sogenannte One-Stop-Border: Aus- und Einreiseformalitäten beider Länder werden in einem einzigen Gebäude erledigt, statt wie früher an zwei getrennten Posten. Für Selbstfahrer ist das die schnellste Verbindung von Botswana zu den Victoriafällen auf sambischer Seite. Die Formalitäten für die Person sind dabei die einfache Übung, aufwendig wird es beim Fahrzeug.

Die Brücke, die eine Fähre ersetzt hat
Bis 2021 wurden Fahrzeuge hier mit zwei Pontons über den Sambesi gesetzt. Wie riskant das war, zeigte ein Unglück im Jahr 2003, bei dem ein überladener Lastwagen kenterte und 18 Menschen starben. Am 10. Mai 2021 ging die Kazungula Bridge in Betrieb, eine 923 Meter lange und 18,5 Meter breite Schrägseilbrücke mit zwei Fahrspuren, Gehwegen und einem Eisenbahngleis. Das Projekt kostete rund 259 Millionen US-Dollar und umfasste die Grenzanlagen auf beiden Seiten gleich mit.
Praktisch heißt das: Wer von Botswana kommt, überquert die Brücke und erledigt anschließend alles im gemeinsamen Gebäude auf sambischer Seite. Ein zweiter Halt vor der Brücke entfällt.
Brauchen Deutsche ein Visum für Sambia?
Nein. Deutsche Staatsangehörige reisen visumfrei nach Sambia ein und bekommen bei der Ankunft kostenlos einen Aufenthalt von 30 Tagen gestempelt. Dieser lässt sich zweimal um jeweils 30 Tage verlängern, insgesamt sind also bis zu 90 Tage pro Jahr möglich. Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und zwei freie Seiten für die Stempel haben.
Diese Regelung ist der Grund, warum das viel empfohlene KAZA UniVisa für deutsche Reisende meist überflüssig ist. Es kostet 50 US-Dollar und lohnt sich erst, wenn man mehr als zweimal zwischen Sambia und Simbabwe wechselt. Die Rechnung im Einzelnen steht in unserem Beitrag zu den Victoriafällen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
- Entry Gate und Gatepass: direkt nach der Brücke links abbiegen, anhalten, Gatepass abholen. Hier sprechen häufig selbsternannte Agents an, die gegen Bezahlung helfen wollen. Nötig ist das nicht.
- Reifendesinfektion und Health Post: kurze Durchfahrt durch ein Desinfektionsbecken, danach ein Gesundheitscheck, meist eine Temperaturmessung. Den Beleg aufheben.
- Immigration Botswana: im großen Grenzgebäude links, hier wird die Ausreise aus Botswana gestempelt.
- Customs Botswana: wenige Schalter weiter die Zollkontrolle für die Wagenpapiere, meist schnell erledigt.
- Immigration Sambia: auf der rechten Seite der Halle die Einreise, inklusive kostenlosem 30-Tage-Stempel. Es wird nach der geplanten Aufenthaltsdauer gefragt.
- Fahrzeugimport und Interpol: die vorübergehende Einfuhr des Fahrzeugs wird registriert, dazu gehört ein Abgleich der Fahrgestellnummer.
- Customs Sambia: hier fallen die eigentlichen Kosten an, verteilt auf mehrere Schalter.
Welche Gebühren fallen für das Fahrzeug an?
Es ist nicht eine Gebühr, sondern ein halbes Dutzend, und sie werden an verschiedenen Schaltern kassiert. Die folgenden Beträge stammen aus einem Selbstfahrer-Bericht und taugen als Größenordnung, nicht als Preisliste: Sie ändern sich regelmäßig und hängen an Fahrzeugtyp und Aufenthaltsdauer.
| Posten | Größenordnung | Wofür |
|---|---|---|
| Carbon Tax | rund 200 Kwacha | Abgasabgabe, gestaffelt nach Hubraum |
| Third Party Insurance | rund 490 Kwacha pro Monat | Haftpflicht, im Ausland zwingend |
| Road Tax | rund 20 US-Dollar | Straßennutzung |
| Brückenmaut | rund 20 US-Dollar | Überfahrt Kazungula Bridge |
| Council Levy | wenige Kwacha | kommunale Abgabe, kurz hinter der Grenze |
Ein wichtiger Hinweis zu älteren Berichten: Wer im Netz Gesamtsummen von 180 Euro und mehr liest, sollte auf das Datum achten. In diesen Rechnungen steckt fast immer noch das sambische Visum mit 50 US-Dollar pro Person, das für Deutsche inzwischen entfällt. Für das Fahrzeug allein bleibt deutlich weniger übrig.
Wie freundlich geht es an der Grenze zu?
Darauf gibt es keine einheitliche Antwort, und das ist beim Planen wichtiger als jede Gebührentabelle.
Wie lange dauert der Grenzübertritt?
Zwischen zwei und zweieinhalb Stunden, so übereinstimmend beide Berichte. Wer knapp kalkuliert, gerät unter Druck, und Druck ist an dieser Grenze der teuerste Begleiter. Sinnvoll ist, den Grenztag nicht mit einer langen Etappe zu kombinieren.
- Bargeld in US-Dollar und möglichst etwas Kwacha bereithalten, Kartenzahlung ist nicht verlässlich
- Mehrere Kopien von Fahrzeugschein, Vollmacht des Vermieters und Versicherungsnachweis mitnehmen
- Reisepass mit sechs Monaten Restgültigkeit und zwei freien Seiten
- Jeden Zahlungsbeleg aufheben, er wird beim Verlassen des Geländes kontrolliert
- Keine Dienstleistung von Personen annehmen, die nicht hinter einem Schalter sitzen
Wie geht es hinter der Grenze weiter?
Direkt hinter Kazungula liegt Livingstone, die sambische Nachbarstadt der Victoriafälle und der praktische Ausgangspunkt für alles Weitere auf dieser Seite des Sambesi. In die Gegenrichtung erreicht man von Kazungula aus in kurzer Zeit den Chobe-Nationalpark bei Kasane. Welche Dokumente und welche Ausrüstung für Grenze und Piste sinnvoll sind, steht in unserer Packliste Selbstfahrer-Safari.
Häufig gestellte Fragen
Brauchen Deutsche ein Visum für Sambia?
Nein. Deutsche Staatsangehörige reisen visumfrei ein und erhalten bei der Ankunft kostenlos einen Aufenthalt von 30 Tagen, der sich zweimal um je 30 Tage verlängern lässt, also auf maximal 90 Tage pro Jahr.
Wie lange dauert der Grenzübergang Kazungula?
Zwei bis zweieinhalb Stunden für Selbstfahrer mit eigenem oder gemietetem Fahrzeug. Die Personenformalitäten sind schnell erledigt, die Fahrzeugabwicklung nimmt den größten Teil der Zeit in Anspruch.
Welche Gebühren fallen für das Fahrzeug an?
Carbon Tax, Haftpflichtversicherung, Road Tax, Brückenmaut und eine kommunale Abgabe. Die Beträge ändern sich regelmäßig, in der Summe sollte man mit rund 100 Euro für das Fahrzeug rechnen und Bargeld bereithalten.
Wann wurde die Kazungula Bridge eröffnet?
Am 10. Mai 2021. Die 923 Meter lange Schrägseilbrücke ersetzte die frühere Fährverbindung über den Sambesi und kostete rund 259 Millionen US-Dollar.
Braucht man an der Grenze einen Agenten oder Schlepper?
Nein. Alle Schritte lassen sich selbst erledigen, und jede Zahlung gehört an einen offiziellen Schalter mit Quittung. Selbsternannte Helfer verlangen regelmäßig überhöhte Beträge, besonders bei der Fahrzeugversicherung.