Ich sitze auf der Restaurant-Veranda, ein kühles Getränk in der Hand, und keine zehn Meter vor mir schlürft ein Elefantenbulle gemütlich Wasser aus dem Loch. Niemand um mich herum wirkt überrascht. Genau das ist Elephant Sands.
Wo Elefanten wirklich herrschen
Unter dem treffenden Motto „Where Elephants Rule“ hat sich rund um ein natürliches Wasserloch eine Lodge der besonderen Art entwickelt: knapp 30 Chalets, ein Restaurant und ein Campingplatz, alle mit direktem Blick auf das Wasserloch. Und das Motto ist keine Marketing-Übertreibung. Schon auf der Zufahrt zur Lodge liefen mir die ersten Elefanten über den Weg, gemütlich, aber unübersehbar im Recht.
Das Gelände von Elephant Sands ist bewusst nicht eingezäunt. Neben Elefanten, die das Wasserloch praktisch rund um die Uhr besuchen, kommen hier auch Giraffen, Kudus und Impalas vorbei. Löwen, Leoparden und Hyänen sollen laut den Betreibern ebenfalls regelmäßig in der Gegend unterwegs sein, gesehen habe ich sie nicht, aber allein das Wissen darum sorgt abends für die richtige Portion Buschgefühl.
Perfekter Zwischenstopp auf der Route
Elephant Sands liegt praktisch auf halber Strecke zwischen Nata und dem nördlichen Chobe-Nationalpark beziehungsweise den Victoriafällen, was den Ort zu einem naheliegenden Zwischenstopp für Selbstfahrer macht. Das Restaurant direkt am Wasserloch eignet sich hervorragend für eine Mittagspause, die Gerichte kosten umgerechnet etwa 5 bis 10 Euro, serviert unter Strohdach oder im Schatten großer Bäume, während im Hintergrund Webervögel ununterbrochen zwitschern.
Warum sich eine Übernachtung lohnt
Richtig eindrücklich wird es erst mit einer Übernachtung vor Ort. Ein Sundowner direkt am Wasserloch, egal ob von der Restaurant-Veranda, dem eigenen Chalet oder dem Zelt aus, gehört für mich zu den intensivsten Afrika-Momenten überhaupt. Die Lodge bietet zusätzlich Bush Drives am Morgen oder Abend sowie geführte Bush Walks an, teilweise kombiniert mit einem Grillabend am offenen Feuer, meist auf dem Gelände eines eigenen, privaten Konzessionsgebiets. Andere Touristengruppen trifft man dort kaum.
Praktische Infos
- Anreise von Süden: etwa 51 km nach Nata, Lodge auf der linken Seite der A33.
- Anreise von Norden: nach dem Veterinär-Checkpoint bei Pandamatenga noch etwa 9 km, Lodge auf der rechten Seite.
- Übernachtung: Chalets je nach Größe zwischen 910 und 1.690 Botswana-Pula pro Nacht, Camping deutlich günstiger.
- Ausstattung: eigenes Badezimmer in jedem Chalet, Pool an der Restaurant-Veranda.
Wer im südlichen Afrika mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist und einen Ort sucht, an dem Wildtiere den Alltag bestimmen statt umgekehrt, sollte bei Elephant Sands mindestens eine Nacht einplanen. Ich bin am Ende zwei geworden.