Yosemite-Nationalpark: Eintritt, Straßen und beste Reisezeit

Aktualisiert
Neue Gebühren für ausländische Besucher und Straßenöffnungen 2026.

Für den Yosemite-Nationalpark hat sich 2026 mehr geändert als in den zehn Jahren davor, und zwar genau an der Stelle, die deutsche Reisende betrifft. Seit dem 1. Januar 2026 zahlen Besucher ohne US-Wohnsitz ab 16 Jahren 100 US-Dollar pro Person zusätzlich zur Fahrzeuggebühr von 35 US-Dollar. Gleichzeitig ist die zeitgebundene Einfahrtsreservierung entfallen, man kann also wieder ohne vorgebuchtes Zeitfenster anreisen.

Blick über das Yosemite Valley mit El Capitan, Half Dome und dem Bridalveil Fall

Was der Besuch 2026 kostet

Posten Preis Gültigkeit
Eintritt pro Fahrzeug 35 USD 7 Tage, ganzer Park
Zuschlag pro Person ohne US-Wohnsitz ab 16 Jahren 100 USD Laufzeit des Tickets
Jahrespass für Nicht-Residenten 250 USD alle Nationalparks, ein Jahr

Für ein deutsches Paar im Mietwagen bedeutet das 235 statt 35 US-Dollar. Der Zuschlag gilt an elf besonders stark besuchten Nationalparks, Yosemite gehört dazu. Der America the Beautiful Jahrespass, der lange 80 US-Dollar kostete und in praktisch jedem Reiseführer empfohlen wird, kostet für Nicht-Residenten inzwischen 250 US-Dollar. Er lohnt sich damit erst ab dem zweiten betroffenen Park. Vor 2026 gekaufte Pässe bleiben ausgenommen. Am Eingang wird ein US-Ausweis verlangt, wer keinen hat, zahlt den höheren Satz.

Wann sind welche Straßen offen?

Das ist die zweite Planungsfrage, die viele unterschätzt. Drei der wichtigsten Straßen im Park sind im Winter gesperrt, und zwar nicht kurz, sondern ein halbes Jahr lang.

  • Tioga Road (Zufahrt aus dem Osten über den Tioga Pass), Glacier Point Road und die Mariposa Grove Road schließen zwischen Ende Oktober und Mitte November
  • Sie öffnen wieder zwischen Ende Mai und Anfang Juni, abhängig von Schneelage und Räumfortschritt
  • Im Mittel der letzten zwanzig Jahre lag die Öffnung am 21. Mai, die Schließung am 12. November
  • Die Glacier Point Road öffnet in der Regel früher als die Tioga Road
  • Das Yosemite Valley selbst ist ganzjährig erreichbar

Wer also im April kommt, sieht das Tal, aber weder Glacier Point noch Mariposa Grove. Die aktuellen Termine veröffentlicht der National Park Service auf seiner Seite zu den Straßenöffnungen, dort steht auch die Historie der letzten Jahre.

Die beste Reisezeit hängt davon ab, was man sehen will

Hier liegt der eigentliche Zielkonflikt des Parks, und er wird selten klar benannt: Die Wasserfälle und die Straßen haben gegenläufige Saisons.

Die Yosemite Falls stürzen bei hoher Wasserführung über die Felswand im Yosemite Valley

Stefanie Wich-Herrlein weist auf smile4travel.de genau darauf hin: Der Mirror Lake sei ein saisonaler See, den es nur im Frühling gebe, und die Wasserfälle seien im Sommer und Herbst „mostly dried out”, also größtenteils versiegt. Zu den gesperrten Straßen schreibt sie: „These popular roads typically open between early May and late June, depending on weather and plowing progress.” Ihr eigener Besuch fiel in den April: „I went in April and can absolutely recommend it.”
Meine persönliche Einschätzung: Aus dieser Gegenläufigkeit folgt ein sehr schmales optimales Fenster, und es liegt nicht dort, wo die meisten buchen. Wer beides will, volle Wasserfälle und offene Höhenstraßen, hat realistisch nur die zweite Maihälfte bis Mitte Juni. Danach fallen die Wasserfälle rasch ab, im August ist der Yosemite Fall in vielen Jahren nur noch ein feuchter Streifen. Wer im Juli oder August fährt, sollte deshalb umplanen statt zu hoffen: Dann sind die Granitwände, die Mammutbäume und die Höhenstraßen das Programm, nicht das Wasser. Und wer im April kommt wie Stefanie Wich-Herrlein, bekommt die Wasserfälle in Bestform, muss aber akzeptieren, dass Glacier Point und Mariposa Grove hinter Schranken liegen. Enttäuscht wird nur, wer alles gleichzeitig erwartet.

Wie viele Tage sollte man einplanen?

Der häufigste Planungsfehler ist der Tagesausflug ab San Francisco. Vier Stunden Anfahrt, vier zurück und dazwischen die Suche nach einem Parkplatz im Tal ergeben einen Tag, an dem man den Park gesehen, aber nicht erlebt hat.

Zeit Realistisch machbar
1 Tag Yosemite Valley mit Tunnel View, Bridalveil Fall und einem kurzen Weg zu den Yosemite Falls
2 Tage zusätzlich Glacier Point und Mariposa Grove, sofern die Straßen offen sind
3 Tage und mehr dazu die Tioga Road mit Tuolumne Meadows und Olmsted Point, längere Wanderungen

Wer zwei Nächte im oder direkt am Park schafft, holt aus dem Eintrittsgeld deutlich mehr heraus. Das gilt seit 2026 umso mehr: Bei 235 US-Dollar für zwei Personen kostet der Tagesausflug rechnerisch dasselbe wie eine Woche, denn das Ticket gilt ohnehin sieben Tage.

Parken und Andrang im Tal

Das Yosemite Valley ist der Engpass des gesamten Parks. Die Parkplätze am Visitor Center und am Yosemite Village sind an Sommerwochenenden gegen zehn Uhr voll, danach kreist man. Der kostenlose Valley Shuttle verbindet die wichtigsten Haltepunkte, weshalb es sich lohnt, einmal früh zu parken und den Wagen den Tag über stehen zu lassen. Wer erst mittags anreist, verbringt einen spürbaren Teil des Tages mit Parkplatzsuche statt mit Aussicht.

Anreise und Orientierung

  • Ab San Francisco: rund vier Stunden Fahrt bis ins Yosemite Valley
  • South Entrance: der Zugang für Mariposa Grove, von Süden kommend
  • Arch Rock Entrance: der direkteste Weg ins Tal von Westen
  • Tioga Pass Entrance: nur im Sommer offen, die Verbindung nach Osten Richtung Mono Lake und Death Valley
  • Übernachtung: Unterkünfte im Tal sind knapp und teuer, Reservierung Monate im Voraus. Günstiger wird es außerhalb, dafür kostet die tägliche Anfahrt Zeit
  • Tanken und Einkaufen: im Tal gibt es beides nur eingeschränkt und zu deutlich höheren Preisen. Wer von außen kommt, füllt vorher auf
  • Mobilfunk: im Tal streckenweise kein Empfang, Karten und Reservierungsbestätigungen besser vorher offline speichern

Was man im Park gesehen haben sollte

Der Park ist größer als das Saarland, das Tal aber überschaubar. Für einen ersten Besuch reichen drei Ziele: Glacier Point für den Blick von oben auf Half Dome und das Tal, Mariposa Grove für die Riesenmammutbäume und das Yosemite Valley selbst mit El Capitan, Bridalveil Fall und den Yosemite Falls. Beide erstgenannten Ziele hängen an den saisonalen Straßen, das Tal nicht.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Eintritt in den Yosemite-Nationalpark 2026?

35 US-Dollar pro Fahrzeug für sieben Tage. Seit dem 1. Januar 2026 zahlen Besucher ohne US-Wohnsitz ab 16 Jahren zusätzlich 100 US-Dollar pro Person. Der Jahrespass für Nicht-Residenten kostet 250 US-Dollar statt der früheren 80.

Braucht man 2026 eine Reservierung für Yosemite?

Nein. Die zeitgebundene Einfahrtsreservierung wurde für 2026 abgeschafft, eine Buchung des Zeitfensters ist nicht mehr nötig.

Wann öffnen Tioga Road und Glacier Point Road?

Zwischen Ende Mai und Anfang Juni, abhängig von Schneelage und Räumung. Im Mittel der letzten zwanzig Jahre lag die Öffnung am 21. Mai, die Schließung am 12. November.

Wann sind die Wasserfälle am beeindruckendsten?

Im Mai und Juni während der Schneeschmelze. Im Sommer und Herbst versiegen die meisten Wasserfälle weitgehend, der Mirror Lake existiert überhaupt nur im Frühjahr.

Wie weit ist Yosemite von San Francisco entfernt?

Rund vier Stunden Fahrt bis ins Yosemite Valley. Der Park ist damit gut als mehrtägiger Abstecher von der kalifornischen Küste machbar.