Aktualisiert
— Recherchiert aus aktuellen Selbstfahrer-Erfahrungsberichten und offiziellen Park-Regelungen.
Wildcamping im wörtlichen Sinn – irgendwo in der Natur ohne Erlaubnis zelten – ist im südlichen Afrika praktisch überall verboten. Was viele Selbstfahrer trotzdem „Wildcamping“ nennen, sind offiziell ausgewiesene, aber unbewachte Campingplätze mitten in den Nationalparks: kein Zaun, keine Absperrung, dafür Löwen, Elefanten und Hyänen, die direkt durchs Camp laufen können. Dieser Unterschied zwischen echtem Wildcampen und legalem Camping ohne Zaun ist der wichtigste Punkt, den man vor der Reise verstehen sollte.
Wildcamping in Namibia: Grundsätzlich verboten
In Namibia ist echtes Wildcampen in Nationalparks sowie staatlichen und privaten Wildreservaten nicht gestattet – wer dort ohne Genehmigung übernachtet, gerät schnell in den Verdacht der Wilderei und riskiert Ärger mit Wildhütern oder der Polizei. Erlaubt ist Camping auf privatem oder kommunalem Land, allerdings nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Eigentümers oder der zuständigen Conservancy. Entlang öffentlicher Straßen gilt traditionell ein gewisses Jedermannsrecht auf einem schmalen Streifen beidseitig der Fahrbahn. Einige Parks, etwa südlich von Swakopmund, bieten zusätzlich offizielle, kostenfreie Campingplätze ganz ohne Infrastruktur an, für die vorab eine Genehmigung für den mehrtägigen Aufenthalt eingeholt werden muss.
Botswana: Campingplätze ohne Zaun, aber mit Buchungspflicht
Botswana tickt anders als Namibia und Südafrika: Die Campingplätze in den Nationalparks wie Chobe-Nationalpark, Moremi Game Reserve oder dem Kgalagadi Transfrontier Park sind offiziell ausgewiesen, aber nicht eingezäunt. Freie Standortwahl gibt es trotzdem nicht – die Plätze müssen vorab über die zuständige Parkbehörde gebucht werden, echtes Wildcampen abseits davon ist auch hier untersagt. Zusätzlich zu den staatlichen Parks gibt es private Konzessionen wie die Khwai-Konzession am Rand des Okavango-Deltas, die eigene, oft großzügigere Regeln haben und teils ungewöhnliche Übernachtungsformen wie erhöhte Sky-Bed-Plattformen direkt am Wasserloch anbieten – dort schläft man unter freiem Himmel, aber mit bewaffnetem Guide und striktem Sicherheitsprotokoll in unmittelbarer Nähe.
Simbabwe und Sambia: Gleiches Prinzip, staatliche Verwaltung
In den Nationalparks Simbabwes und Sambias, etwa im Hwange-Nationalpark, gilt das gleiche Grundprinzip wie in Botswana: Camping ist ausschließlich auf offiziell ausgewiesenen, von den staatlichen Parkbehörden (Zimparks bzw. DNPW) verwalteten Plätzen erlaubt, echtes Wildcampen abseits davon ist verboten. Auch hier sind viele dieser Plätze nicht eingezäunt, Wildtierbesuche im Camp gehören zur Normalität.
Was andere Selbstfahrer beim Camping ohne Zaun erlebt haben

Sicherheitsregeln fürs Camping ohne Zaun
- Lagerplatz möglichst bei Tageslicht auswählen, nie erst in der Dämmerung
- Trockenflussbetten und die unmittelbare Nähe von Wasserlöchern meiden – dort sind Tierpfade am stärksten frequentiert
- Auf frische Tierspuren und Raubtierkot in der Umgebung achten, bevor das Zelt aufgebaut wird
- Essen und Essensreste immer sicher verschlossen verstauen, nichts offen herumliegen lassen, das Tiere anlocken könnte
- Nach Einbruch der Dunkelheit das Camp nicht mehr verlassen – im Fahrzeug oder Zelt ist man sicher, zu Fuß im Dunkeln nicht
- Bei einer Löwenbegegnung nicht rennen, nicht schreien und keine Panik zeigen
- Ein Dachzelt bietet mehr Abstand zum Boden als ein Bodenzelt – Details dazu in unserer Packliste Selbstfahrer-Safari
Wie geht die Route weiter?
Camping ohne Zaun lässt sich gut mit einem Stopp im Chobe-Nationalpark oder im Hwange-Nationalpark verbinden, beide bieten offizielle, unbewachte Zimparks- bzw. DWNP-Plätze mit vergleichbaren Regeln. Welche Ausrüstung dafür sinnvoll ist, von der zweiten Taschenlampe bis zum Moskitonetz, steht in unserer Packliste Selbstfahrer-Safari.
Häufig gestellte Fragen
Ist Wildcampen in Namibia erlaubt?
Nein, in Nationalparks sowie staatlichen und privaten Wildreservaten ist Wildcampen verboten. Erlaubt ist Camping auf privatem oder kommunalem Land nur mit Genehmigung des Eigentümers, sowie auf offiziell ausgewiesenen Campingplätzen mit vorheriger Genehmigung.
Sind Campingplätze in Botswana eingezäunt?
Nein, die offiziellen Campingplätze in Botswanas Nationalparks wie Chobe oder Moremi sind bewusst nicht eingezäunt. Gebucht werden müssen sie trotzdem vorab, freie Standortwahl gibt es nicht.
Was passiert, wenn man beim Wildcampen erwischt wird?
Wer ohne Genehmigung in einem Nationalpark oder Wildreservat übernachtet, gerät schnell in den Verdacht der Wilderei und riskiert eine Konfrontation mit Wildhütern oder der Polizei.
Braucht man für Camping in Nationalparks im südlichen Afrika eine Genehmigung?
Ja, in der Regel ist eine vorherige Buchung beziehungsweise Genehmigung durch die zuständige Parkbehörde Pflicht, auch für die einfachen, unbewachten Plätze innerhalb der Parks.