Strokkur: Der berühmteste Geysir Islands

Bevor Botswana und Sambia zu meiner Reise-Spezialität wurden, hat es mich einige Jahre zuvor nach Island verschlagen, mit einem Ziel, das auf jeder Golden-Circle-Route steht: Strokkur, der berühmteste Geysir des Landes.

Der Namensgeber eines ganzen Naturphänomens

Das englische Wort „geyser“ stammt tatsächlich vom benachbarten „Great Geysir“ ab, der Strokkur seinen Standort im Geothermalgebiet Haukadalur verdankt. Der ursprüngliche Geysir ist heute allerdings weitgehend inaktiv, kaum Eruptionen mehr. Strokkur hat diese Rolle längst übernommen und bricht dafür umso zuverlässiger aus: etwa alle 5 bis 10 Minuten schießt eine Fontäne kochenden Wassers 15 bis 20 Meter in die Höhe, manchmal sogar noch höher.

Das Erlebnis vor Ort

Was mich überrascht hat: Man muss auf keinen stundenlangen Ausbruch warten wie bei manch anderem Naturschauspiel. Ich habe mich einfach ein paar Meter hinter das Absperrseil gestellt, die Wasseroberfläche beobachtet, wie sie sich kurz vor dem Ausbruch blasenartig wölbt, und wenige Sekunden später schoss die Fontäne hoch. Zwischen zwei Ausbrüchen reicht die Zeit locker für ein Foto der umliegenden Dampfschwaden und der kleineren, dauerhaft sprudelnden Quellen im Gebiet.

Ein Holzsteg führt sicher durch das gesamte Geothermalgebiet, an mehreren Stellen dampft und blubbert es aus dem Boden. Die Absperrungen sollte man ernst nehmen, das Wasser ist tatsächlich kochend heiß.

Perfekt für den Golden Circle

Strokkur liegt rund 100 Kilometer von Reykjavik entfernt, mit dem Auto etwa anderthalb Stunden, und lässt sich hervorragend mit den beiden anderen Golden-Circle-Klassikern verbinden: dem Nationalpark Þingvellir, wo man buchstäblich zwischen zwei Kontinentalplatten steht, und dem imposanten Wasserfall Gullfoss. Alle drei Stationen sind an einem Tag machbar, ich würde trotzdem für jede etwas mehr Zeit einplanen, als die meisten Reiseführer vorschlagen.

Praktische Tipps

  • Beste Zeit: Ganzjährig zugänglich, im Winter mit weniger Besuchern, dafür kälter und teils rutschig auf dem Holzsteg.
  • Kosten: Der Zugang zum Geothermalgebiet selbst ist kostenlos, ein kleiner Parkplatz mit Gebühr liegt direkt daneben.
  • Geduld: Wer den perfekten Foto-Moment will, sollte zwei bis drei Ausbrüche abwarten und die Kamera schon vorher auf die Wasseroberfläche richten.
  • Kombination: Am besten als Tagestour ab Reykjavik zusammen mit Þingvellir und Gullfoss planen.

Auch wenn meine Reisen mich inzwischen meist ins südliche Afrika ziehen: Den Moment, in dem Strokkur zum ersten Mal direkt vor mir hochschoss, habe ich nie vergessen.