Schnorcheln mit Walhaien vor Tofo, Mosambik

Der Schatten unter mir wird größer und größer, bis ich realisiere: Das ist kein Schatten, das ist ein Fisch, gute acht Meter lang, gepunktet wie ein Sternenhimmel und komplett harmlos. Mein erstes Schnorcheln mit einem Walhai, vor der Küste von Tofo in Mosambik.

Warum ausgerechnet Tofo

Tofo Beach in der Provinz Inhambane gehört zu den wenigen Orten weltweit, an denen die Chance auf eine Walhai-Begegnung beim Schnorcheln vergleichsweise hoch ist, ganz ohne Käfig, ganz ohne Fütterung. Der Küstenabschnitt vor Tofo liegt an einer natürlichen Route, auf der die Tiere auf der Suche nach Plankton entlangziehen, zusammen mit Mantarochen, die hier ebenfalls regelmäßig gesichtet werden.

Walhaie sind trotz ihrer gewaltigen Größe von bis zu 12 Metern reine Filtrierer: Sie ernähren sich von Plankton und kleinen Fischen und haben für Menschen keinerlei Interesse, geschweige denn Gefahrenpotenzial. Trotzdem ist der erste Moment, in dem einem klar wird, wie groß so ein Tier tatsächlich ist, kaum zu beschreiben.

So läuft ein Schnorchel-Trip ab

Lokale Anbieter in Tofo starten meist früh morgens mit kleinen Booten, an Bord ein Spotter, der von erhöhter Position aus nach Schatten im Wasser Ausschau hält. Sobald ein Tier gesichtet wird, geht es für die Gruppe zügig, aber ruhig ins Wasser, meist in kleinen Gruppen von vier bis sechs Personen, damit man den Walhai nicht bedrängt. Die Regeln sind klar: Mindestabstand halten, nicht anfassen, nicht direkt von vorne anschwimmen.

Wie lange die Begegnung dauert, hängt komplett vom Tier ab, manchmal sind es nur wenige Sekunden, manchmal schwimmt man minutenlang neben einem Walhai her, der einen scheinbar völlig ignoriert und gemächlich weiterzieht.

Beste Reisezeit

Die Hauptsaison für Walhai- und Mantarochen-Sichtungen vor Tofo liegt zwischen Oktober und März, in den Sommermonaten der südlichen Hemisphäre. Garantien gibt es bei Wildtierbeobachtungen naturgemäß nie, die Chancen stehen in dieser Zeit aber deutlich besser als außerhalb der Saison.

Praktische Tipps

  • Anreise: Flug nach Inhambane oder Vilankulo, von dort per Straße weiter nach Tofo, alternativ die deutlich längere Anreise über Maputo mit dem eigenen Fahrzeug.
  • Ausrüstung: Eigene Schnorchelausrüstung lohnt sich, viele Anbieter stellen aber auch Material zur Verfügung.
  • Verantwortungsvolle Anbieter wählen: Auf feste Abstandsregeln und kleine Gruppengrößen achten, das schützt die Tiere und macht am Ende auch das eigene Erlebnis intensiver statt hektisch.
  • Kombination: Tofo eignet sich gut als Strand- und Tauchstopp am Ende einer längeren Mosambik- oder Südafrika-Route.

Von allen Wassermomenten meiner bisherigen Reisen, von den Victoriafällen bis zu den Wasserlöchern Botswanas, war der erste Blick auf einen Walhai vor Tofo der, bei dem ich am längsten sprachlos im Wasser getrieben bin.