Okavango-Delta: Moremi Game Reserve für Selbstfahrer

Aktualisiert
— Recherchiert aus aktuellen Selbstfahrer-Erfahrungsberichten inklusive Stand zu aktuellen Streckensperrungen.

Das Okavango-Delta ist mit bis zu 22.000 Quadratkilometern in der Regenzeit das größte Binnendelta der Welt und seit 2014 UNESCO-Weltnaturerbe. Für Selbstfahrer ist vor allem ein Teil davon zugänglich: das Moremi Game Reserve im Osten des Deltas, das sich mit einem eigenen Allradfahrzeug direkt ab Maun erreichen lässt.

Was ist das Okavango-Delta?

Das Okavango-Delta entsteht, weil der rund 1.600 Kilometer lange Okavango-Fluss aus dem Hochland Angolas nie das Meer erreicht: Er verliert sich stattdessen fast ohne Gefälle in der Kalahari-Halbwüste im Nordwesten Botswanas und verzweigt sich dabei in unzählige Kanäle, Lagunen und Inseln. In der Trockenzeit misst das permanente Sumpfgebiet etwa 15.000 Quadratkilometer, während der jährlichen Flut zwischen Juni und August wächst es auf bis zu 22.000 Quadratkilometer an – eine Fläche etwa so groß wie Rheinland-Pfalz. Am 22. Juni 2014 nahm die UNESCO das Delta als 1.000. Stätte in die Liste des Weltnaturerbes auf.

Moremi Game Reserve: der Teil des Deltas für Selbstfahrer

Moremi liegt am östlichen Rand des Deltas und war das erste Schutzgebiet in Botswana, das von der lokalen Bevölkerung selbst eingerichtet wurde – die Batawana gründeten es 1963, um dem Rückgang der Wildtierbestände entgegenzuwirken. Heute gehört Moremi zu den wenigen Bereichen des Okavango-Deltas, die man mit dem eigenen Allradfahrzeug befahren kann; der Rest des Deltas ist nur per Buschflieger oder Boot erreichbar. Trotzdem bekommt man hier alle „Big Five“ bis auf das seltene Nashorn regelmäßig zu Gesicht, dazu Löwen, Leoparden, Wildhunde und riesige Elefantenherden.

Was andere Selbstfahrer im Moremi erlebt haben

Auch hier gilt: Malte ist diese Route noch nicht selbst gefahren. Was folgt, sind Erfahrungen, die ich für diesen Artikel aus aktuellen Reiseblogs und Foren zusammengetragen habe.

Die Autoren des Reiseblogs weitgluecklich.com berichten von einer rund 80 Kilometer langen Anfahrt, für die sie wegen der vielen Tierbeobachtungen fast vier Stunden brauchten – mit rund 100 Elefanten allein auf dieser Strecke. Ihr ursprünglich gebuchter Platz am Third Bridge Campsite war wegen Überschwemmung nicht erreichbar, sodass sie kurzfristig auf einen Stellplatz am Xakanaxa Camp umbuchen mussten. Ihr Fazit zum Selbstfahren: Man ist den Tieren einfach näher als bei einem Flug ins Delta.
Reiseblogger Chris Brooks beschreibt auf seinem Blog eine deutlich härtere Etappe: Für nur 55 Meilen (rund 88 Kilometer) von Xakanaxa vorbei am Third Bridge bis zu abgelegenen Wasserstellen brauchte seine Gruppe fast zehn Stunden reines Offroad-Fahren. An anderer Stelle verzichtete die Gruppe bewusst auf eine weitere staubige Geländewagen-Etappe und nahm stattdessen eine Bootstour – auch um Diesel zu sparen.
Im Tripadvisor-Bewertungsprofil des Moremi Wildlife Reserve warnen mehrere Selbstfahrer unabhängig voneinander vor demselben Punkt: Innerhalb des Reservats gibt es weder Tankstellen noch Geschäfte, ein zweiter Tank und ausreichend Verpflegung sind Pflicht. Ebenso einhellig der Rat, unbedingt ein GPS-Gerät dabeizuhaben, da sich die zahlreichen Wildwechsel-Pisten ohne Ortung kaum unterscheiden lassen.

Okavango Delta Moremi Game Reserve Wasserkanal mit Elefanten

Meine persönliche Einschätzung: Aus den Berichten wird ein Muster deutlich, das man ernst nehmen sollte: Die Etappenzeiten im Moremi lassen sich kaum vorausplanen, weil Wasserstände, Wildwechsel und plötzliche Sperrungen den Zeitplan über den Haufen werfen können. Wer Moremi als Selbstfahrer angeht, sollte lieber einen Tag weniger Strecke einplanen als einen zu viel – die Berichte von zehnstündigen Etappen für 90 Kilometer sind keine Ausnahme, sondern eher die Regel in der Regenzeit. Wer diese Unsicherheit nicht mag, ist mit einer geführten Mobile-Safari-Tour ab Maun besser bedient als mit dem eigenen Fahrzeug.

Campsites im Moremi Game Reserve

Die vier klassischen Camps liegen jeweils an einem der Zugänge zum Reservat:

  • South Gate: Trockener gelegen, aber mit Wasserstellen in der Nähe, die zuverlässig Elefanten und Warzenschweine anziehen.
  • Third Bridge: Das beliebteste und am schnellsten ausgebuchte Camp mitten im Sumpfgebiet – laut einem Nachrichtenbericht vom 16. April 2026 war die Zufahrt zu diesem Zeitpunkt wegen Überschwemmung gesperrt. Vor der Buchung unbedingt den aktuellen Status beim DWNP-Büro in Maun erfragen.
  • Xakanaxa: Am Nordwestrand des Reservats mit Bootsanleger, gute Ausweichoption, wenn Third Bridge nicht erreichbar ist.
  • North Gate / Khwai: Übergang zur Khwai-Concession, in der Nähe ganzjährig wasserführender Lagunen.

Praktische Infos für Moremi und das Okavango-Delta

  • Permits: Eintritts- und Campinggebühren werden über das DWNP-Büro in Maun gebucht und bezahlt, je nach Quelle liegen die Tagessätze umgerechnet zwischen etwa 11 und 20 US-Dollar pro Person plus einer separaten Fahrzeuggebühr – die genauen Tarife direkt in Maun bestätigen lassen, da sie sich ändern.
  • Fahrzeug: Allradfahrzeug mit Untersetzung ist Pflicht, ein zweiter Tank und mindestens ein Ersatzreifen sind laut mehreren Berichten unverzichtbar.
  • Versorgung: Innerhalb des Reservats gibt es weder Tankstellen noch Geschäfte – komplette Selbstversorgung ab Maun einplanen.
  • Navigation: Ein GPS-Gerät mit aktuellen Kartendaten ist praktisch unverzichtbar, da sich die vielen Wildwechsel-Pisten kaum unterscheiden.
  • Buchung: Campingplätze wie Third Bridge sind in der Trockenzeit (Mai bis Oktober) oft schon Monate im Voraus ausgebucht.
  • Beste Reisezeit: Juli bis Oktober für die beste Tiersichtbarkeit und die am ehesten befahrbaren Pisten.

Wie geht die Route weiter?

Von Moremi aus führt die klassische Selbstfahrer-Route zurück nach Maun zum Auftanken und Nachversorgen, weiter nordöstlich zum Chobe-Nationalpark und nach Elephant Sands, oder westwärts über die Kalahari zurück Richtung Windhoek.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist das Okavango-Delta?

In der Trockenzeit misst das permanente Sumpfgebiet rund 15.000 Quadratkilometer, während der jährlichen Flut zwischen Juni und August wächst es auf bis zu 22.000 Quadratkilometer.

Wie ist das Okavango-Delta entstanden?

Der Okavango-Fluss fließt aus dem Hochland Angolas nahezu ohne Gefälle in die Kalahari-Halbwüste und versickert dort, statt das Meer zu erreichen – dabei verzweigt er sich in unzählige Kanäle und bildet so das größte Binnendelta der Welt.

Braucht man für Moremi Game Reserve ein Permit?

Ja, Eintritts- und Campinggebühren werden über das DWNP-Büro in Maun gebucht und bezahlt, die genauen Tarife sollte man wegen häufiger Änderungen direkt vor Ort bestätigen.

Ist der Third Bridge Campsite aktuell geöffnet?

Der Zugang zu Third Bridge war laut einem Bericht vom 16. April 2026 wegen Überschwemmung gesperrt – vor der Reise unbedingt den aktuellen Status beim DWNP-Büro in Maun erfragen, da sich das je nach Wasserstand ändert.

Wie kommt man als Selbstfahrer nach Moremi?

Der übliche Ausgangspunkt ist Maun, von dort führt die Piste über das South Gate ins Reservat. Ein Allradfahrzeug mit Untersetzung, zweitem Tank und Ersatzreifen ist Pflicht.