Hwange-Nationalpark: Selbstfahrer-Tipps für Simbabwes größten Park

Aktualisiert
— Recherchiert aus aktuellen Selbstfahrer-Erfahrungsberichten.

Der Hwange-Nationalpark im Westen Simbabwes ist mit 14.651 Quadratkilometern der größte Nationalpark des Landes und beherbergt mit über 44.000 Tieren eine der größten Elefantenpopulationen Afrikas. Weil dem Park natürliche Flüsse fehlen, konzentriert sich das Wildlife an rund 60 künstlich gespeisten Wasserlöchern – zur Trockenzeit von Juli bis Oktober lassen sich dort teils über 200 Elefanten gleichzeitig beobachten.

Warum Hwange für Selbstfahrer so besonders ist

Anders als in vielen anderen Parks im südlichen Afrika braucht es in Hwange keine langen Fahrten zu einem einzigen Hotspot: Die Wasserlöcher liegen über das gesamte Gebiet verteilt, und wer sich am späten Nachmittag an eines davon setzt, hat gute Chancen auf Löwen, Büffel und ganze Elefantenherden im selben Zeitfenster. Der Park ist außerdem einer der wenigen mit einer aktiven Population von Wildhunden (Painted Dogs), deren Forschungsstation direkt am Main Camp liegt. International bekannt wurde die Region 2015 durch den Löwen Cecil, der in einem Grenzgebiet des Parks lebte – ein Ereignis, das bis heute viel über Wilderei-Debatten und Schutzprojekte in der Region erklärt.

Anreise, Camps und Selbstfahrer-Infos

Drei offizielle Eingänge führen in den Park: Main Camp im Süden, Sinamatella und Robins Camp im Norden. Von den Victoriafällen aus erreicht man die nördlichen Eingänge in rund 1,5 bis 2 Stunden Fahrzeit, Main Camp liegt von Bulawayo oder der Stadt Hwange aus etwas näher. Selbstfahren ist auf dem Hauptstraßennetz erlaubt, ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit wird empfohlen, in der Regenzeit von November bis März ist echter Allradantrieb ratsam. Die drei staatlichen Zimparks-Camps (Main Camp, Sinamatella, Robins) bieten einfache, aber funktionale Unterkünfte und Campingplätze, dazu kommen zahlreiche privat geführte Lodges am Rand des Parks.

Was andere Reisende in Hwange erlebt haben

Sabine Gebele beschreibt auf ihrem Reiseberichte-Blog einen Abend an der Beobachtungsplattform am Nyamandhlovu-Wasserloch: Im schrägen Abendlicht sei eine große Elefantenherde zum Wasser geeilt, ein Jungtier wurde von der Mutter mit dem Rüssel an Gefahrenstellen vorbeigeführt. Ihre Selbstfahrer-Route führte über vier Nächte durch Sinamatella und Main Camp, rund 80 Kilometer auf unbefestigten Pisten dazwischen, begleitet von einer dichten weißen Staubfahne hinter dem Fahrzeug. Nachts hörte sie Hyänen und Schakale direkt vom Campingplatz aus.
Kati und Hermann vom Reiseblog Bunt um die Welt kamen nach einem Stopp an den Victoriafällen ins Sinamatella Camp und unternahmen von dort eigenständige Game Drives: Nilpferde, Geier, Kudus, Impalas und Elefanten mit Jungtieren zogen an ihnen vorbei. Nachts hörten sie eine Mischung aus lautem Atmen, Schnaufen und Schnarchen vor dem Zelt – bis heute nicht abschließend geklärt, welches Tier dahintersteckte. Ein Kühlerdefekt am Fahrzeug zwang sie zu einer verkürzten Route, trotzdem blieb noch Zeit für einen Sonnenuntergang mit Elefanten, Zebras und Giraffen im Blick.

Hwange Nationalpark Simbabwe Elefantenherde am Wasserloch

Meine persönliche Einschätzung: Beide Berichte zeigen denselben Punkt aus zwei verschiedenen Ecken des Parks: Die Wasserloch-Beobachtung am späten Nachmittag schlägt die klassische Pirschfahrt am Morgen in Hwange fast immer, weil sich die Tiere zur Trockenzeit ohnehin dort sammeln müssen. Ein Detail, das ich aus den Erfahrungsberichten mitnehme und das in keinem offiziellen Infoblatt steht: Die Staubpisten zwischen den Camps sind bei Regen erheblich schwerer befahrbar als sie aussehen, wer in der Übergangszeit (Oktober/November) unterwegs ist, sollte für die 80 Kilometer zwischen Sinamatella und Main Camp deutlich mehr Zeit einplanen als die Kartenanzeige vermuten lässt.

Praktische Infos für Selbstfahrer

  • Beste Reisezeit: Juli bis Oktober (Trockenzeit), wenn sich das Wildlife an den Wasserlöchern konzentriert. September und Oktober gelten als Höhepunkt vor den ersten Regenfällen.
  • Eintritt: Rund 15 US-Dollar pro Person und Tag zzgl. Fahrzeuggebühr, zahlbar an den Zimparks-Eingängen.
  • Fahrzeug: Hohe Bodenfreiheit Pflicht, Allradantrieb in der Regenzeit (November bis März) dringend empfohlen.
  • Camps: Main Camp (meiste Infrastruktur), Sinamatella und Robins Camp (beide im Norden, näher an den Victoriafällen), dazu zahlreiche private Lodges am Parkrand.
  • Tanken: Vor der Einfahrt in Hwange auftanken, innerhalb des Parks gibt es keine zuverlässige Versorgung.

Auch die Camps in Hwange sind nicht eingezäunt, Wildtierbesuche gehören zum Alltag. Welche Regeln dafür gelten und was das für die Sicherheit bedeutet, steht in unseren Wildcamping-Regeln für das südliche Afrika.

Wie geht die Route weiter?

Die meisten Selbstfahrer kombinieren Hwange mit einem Stopp an den Victoriafällen, von wo aus die nördlichen Parkeingänge in 1,5 bis 2 Stunden erreichbar sind. Wer von Botswana kommt, verbindet den Park gut mit dem Chobe-Nationalpark oder einem Zwischenstopp bei Elephant Sands – beide liegen auf der klassischen Route zwischen den beiden Ländern.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist der Hwange-Nationalpark?

Der Hwange-Nationalpark umfasst 14.651 Quadratkilometer und ist damit der größte Nationalpark Simbabwes.

Wie viele Elefanten leben in Hwange?

Schätzungen gehen von über 44.000 Elefanten aus, damit gehört Hwange zu den elefantenreichsten Parks Afrikas.

Braucht man für Hwange ein Allradfahrzeug?

Auf dem Hauptstraßennetz reicht meist ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit, in der Regenzeit von November bis März ist echter Allradantrieb aber dringend ratsam.

Wann ist die beste Reisezeit für Hwange?

Die Trockenzeit von Juli bis Oktober, weil sich das Wildlife dann an den künstlich gespeisten Wasserlöchern konzentriert und die Sichtungschancen deutlich steigen.