Geparden ganz nah: Tracking bei AfriCat in Namibia

Ich sitze auf der Ladefläche eines offenen Geländewagens, ein Ranger neben mir hält eine Antenne in die Luft, und irgendwo im Buschland vor uns piept ein Peilsender lauter und lauter. Wenige Minuten später liegt der Gepard, den wir suchen, entspannt im Schatten eines Kameldornbaums, keine zehn Meter entfernt.

AfriCat: Mehr als nur Tierbeobachtung

Die AfriCat Foundation liegt im Okonjima Nature Reserve in Zentralnamibia, gut vier bis fünf Autostunden nördlich von Windhoek bei der Kleinstadt Otjiwarongo. Seit den 1990er-Jahren hat sich die Organisation auf den Schutz und die Erforschung von Großkatzen spezialisiert, vor allem Geparden und Leoparden. Anders als bei klassischen Streichelzoos geht es hier nicht um Kuscheln mit Raubkatzen, sondern um Rehabilitation, Forschung und die Möglichkeit, verletzte oder verwaiste Tiere in einem großzügigen, naturnahen Reservat auszuwildern oder zumindest artgerecht unterzubringen.

Das Tracking-Erlebnis

Für Besucher bietet Okonjima geführte Tracking-Touren an, bei denen ein Ranger mithilfe von Peilsendern gezielt nach Geparden oder Leoparden sucht, die im Rahmen der Forschungsarbeit einen Sender tragen. Das Besondere daran: Man bewegt sich dabei durch echtes Buschland, nicht durch ein Gehege, und die Tiere verhalten sich entsprechend natürlich. Manchmal liegen sie einfach faul im Schatten, manchmal beobachten sie aufmerksam die Umgebung, in jedem Fall aus einer Nähe, die man von klassischen Safari-Fahrzeugen in großen Nationalparks selten erlebt.

Die Ranger erklären während der Fahrt viel über die Arbeit der Foundation, über die Bedrohung von Geparden durch Lebensraumverlust und Konflikte mit Farmern, und warum gerade Namibia für den Geparden-Schutz eine so wichtige Rolle spielt: Das Land beherbergt die weltweit größte freilebende Geparden-Population.

Unterkunft im Reservat

Wer übernachten möchte, kann direkt im Okonjima Nature Reserve wohnen, von der einfacheren Bush Camp-Variante bis zur komfortableren Okonjima Lodge. Die Lage mitten im Reservat bedeutet: Auch abends und morgens, außerhalb der geführten Touren, ist die Chance auf Wildtierbeobachtungen direkt von der Terrasse aus real.

Praktische Tipps

  • Anreise: Von Windhoek über die B1 Richtung Norden, gut ausgeschilderte Zufahrt kurz vor Otjiwarongo.
  • Buchung: Tracking-Touren sollten vorab reserviert werden, die Plätze pro Fahrzeug sind begrenzt.
  • Kombination: Okonjima liegt praktisch auf der Route zwischen Windhoek und dem Etosha-Nationalpark, ein idealer Zwischenstopp.
  • Kleidung: Warme Schicht für frühe Morgentouren einplanen, in der Trockenzeit können die Temperaturen bei Sonnenaufgang überraschend niedrig sein.

Von allen Tierbegegnungen auf meinen Reisen durchs südliche Afrika gehört dieser Vormittag mit den Geparden von Okonjima zu den Momenten, an die ich mich am genauesten erinnere, bis hin zum Geräusch des Peilsenders.

Von Okonjima aus bin ich weiter südlich zur Namib-Wüste gefahren, mein Bericht dazu: Sossusvlei und Deadvlei als Selbstfahrer.